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Während des Krieges in Bosnien wurde die Wasserversorgung des Dorfes Barice zerstört. Fünf Jahre lang stand den Einwohnern nur eine artesische Quelle, die 600 m vom Dorfplatz entfernt ist, zur Verfügung. Mitte August 2000 wurden uns von Stabsfeldwebel Jürgen Kuran Planungsunterlagen eines Ingenieurbüros aus Bosnien für die Wasserversorgung des Dorfes Barice zur Verfügung gestellt. Dieser Plan sah ein Wasserreservoir mit 40.000 Liter Inhalt als druckloser Behälter vor. Die Befüllung sollte durch Unterwasserpumpen erfolgen, die weitere Versorgung der Haushalte über Druckerhöhungspumpen. Die Versorgungsleitung sollte in DN 110 ausgeführt werden. Die Umsetzung dieses Planes hätte eine kontinuierliche Überwachung des Wasserreservoirs und daraus resultierende Reinigungs- und Desinfektionskosten zur Folge gehabt. Da kein Geld vorhanden war und die Betriebskosten so niedrig wie möglich gehalten werden mußten, wurde der Plan von uns an die Gegebenheiten angepasst.

Im August 2000 teufte ein ortsansässiger Brunnenbauer zwei 24m tiefe Brunnen (DN 200 PVC-Brunnenausbaumaterial) ab. Da artesischer Druck anstand, mußte das zusätzlich herausströmende Wasser abgeleitet werden. Die Brunnen verbindet eine 90er Poly-Rohr-Leitung und Stromkabel bis zum 600 m entfernten Pumpenhaus auf dem Dorfplatz. 1.600m weitere 90er Poly-Rohre wurden als Hauptleitung, 1.800m 63er Poly-Rohr und 1.000m 50er Poly-Rohr als Abgangsleitungen verlegt.

Um einzelne Bereiche von der Hauptleitung abtrennen zu können, mussten frostfreie Schieber eingebaut werden. Alle Poly-Rohr-Verbindungen wurden mit Plasson-Klemmfittingen hergestellt. Die zwei Grundfos-Unterwasserpumpen (max. Leistung 11 m³/ je Std. und 180 m Förderhöhe) pumpen das geförderte Wasser in vier Druckkessel. Somit steht den Dorfbewohnern ein Vorrat von 4.000 Litern zur Verfügung.

 

Da unser Leitungssystem an die alten Hausanschlüsse angeschlossen wurde, musste eine Chloranlage eingesetzt werden, um eventuell auftretende Bakterien abzutöten. Im Vorfeld des Projektes war eine umfassende Planung des Einsatzes notwendig, da wir nicht davon ausgehen konnten, ggf. auftretende Materialengpässe vor Ort beheben zu können.

Nur durch das Engagement von Stabsfeldwebel Jürgen Kuran und seinen Helfern Horst Kohn, Manfred Böing, Uwe Kuran, Josefa Sonders und Bastian Hagenbeck, die mit zwei LKW 40 Tonnen Material anlieferten und vor Ort einbauten, konnten wir diese humanitäre Aktion als Erfolg verbuchen. Ohne die tatkräftige Unterstützung von 150 bosnischen Helfern wäre diese Arbeit nicht in einer Woche machbar gewesen. 

Grundlage für das Gelingen des Objektes war das Engagement der Initiative "Teddybären für die Kraina" und die Mithilfe der unten aufgeführten Spender. Wir möchten uns nochmals recht herzlich bei allen Spendern bedanken. Wir sind stolz darauf, dass die Wasserversorgung von Barice im September 2012 seit zwölf Jahren störungsfrei im Betrieb sein wird. Zum zehnjährigen Bestehen feierten die Einwohner von Barice ein großes Brunnenfest, zu dem wir auch eingeladen wurden.

Mit den Aktivitäten für Barice ist unser karitatives Engagement nicht erschöpft: Jahr für Jahr spenden wir außerdem für das SOS Kinderdorf und leisten bei weiteren Projekten tatkräftige Hilfe.

 

Update 11/2014: Hilfe für Hochwasseropfer in Bosnien: Firma Erdbohr Wesel errichtet gemeinsam mit den "Teddybären" die Frischwasserversorgung für das Dorf Humci. Zum Artikel